Mobilizer® Medior im Weaningprozess

„Grundsätzlich soll die Frühmobilisation bei allen intensivmedizinisch
behandelten Patienten durchgeführt werden, für die keine Ausschlusskriterien
gelten (Evidenzgrad 2b, Empfehlung Grad A).“
S2e-Leitlinie: „Lagerungstherapie und Frühmobilisation zur Prophylaxe oder Therapie von pulmonalen Funktionsstörungen“, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.)

Wenn man von Frühmobilisation spricht, geht es um den frühestmöglichen Zeitpunkt der Patientenmobilisation. In der Regel geschieht dies innerhalb der ersten 72 Stunden nach Aufnahme. Diese Vorgehensweise gehört zum Standard auf Intensivstationen in Deutschland und ist eine elementare Säule der intensivmedizinischen Versorgung.

Ziel der Frühmobilisation ist es, Komplikationen und Begleiterkrankungen wie z. B. Lungenfunktionsstörungen, Delir, Kontrakturen sowie Critical Illness Polyneuropathie/Myopathie (CIP/ CIM) zu verhindern oder deren Folgen zu minimieren (siehe Literaturverzeichnis 1-8).

Gerade in Bezug auf das Weaning (Beatmungsentwöhnung) ist es essentiell, Patienten frühzeitig zu bewegen, um die Belüftung der Lungenareale zu fördern und die Atemhilfsmuskulatur zu entlasten.

Circa 40 – 50 % der gesamten Beatmungszeiten eines Intensivpatienten entfallen auf die Entwöhnung der maschinellen Beatmung. Die meisten Patienten können nach der Beatmungstherapie unproblematisch entwöhnt werden. Bei einigen Patienten ist jedoch die Phase des Weanings deutlich verlängert. Man spricht dann vom prolongierten Weaningsprozess.

„Nach internationalem Konsens liegt ein prolongiertes Weaning dann vor, wenn es erst nach 3 erfolglosen Spontanatmungsversuchen (Spontanious Breathing Trial = SBT) oder nach über 7 Tagen Beatmung nach den ersten erfolglosen SBT gelingt.“ (S2 K Leitlinie, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.)

Die Nutzung des von Reha & Medi Hoffmann GmbH entwickelten Mobilizer® Medior in der Frühmobilisation ermöglicht es Pflegenden und Therapeuten, ohne eigene Haltearbeit schwerstbetroffene Patienten auch für den Weaningprozess aus dem Liegen zum stabilen Sitzen und darüber hinaus bis in den sicheren Stand zu bewegen.

Alle Bewegungsmuster des Mobilizer® Medior erfolgen stufenlos und dienen:

  • der Aktivierung des Kreislaufs,
  • der Stabilisierung der Lungenfunktion,
  • der Förderung der Vigilanz,
  • der Outcome-Verbesserung, sowie
  • der Reduktion der Liegedauer, damit verbunden die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit durch Kostenreduktion.

Das Sitzen schult die posturale Kontrolle des Patienten. Ausstattungen wie ein Therapietisch und das eigens entwickelte Stabilisierungskissen ermöglichen eine exakte und komfortable Positionierung des Patienten.

Das Aufrichten des Patienten (Vertikalisierung) führt zu einem Trainingseffekt, welcher maßgeblich die Aktivierung des Kreislaufs unterstützt und zur Verbesserung der Belüftung der Lunge beiträgt. Die Frühmobilisierung in den Stand ist sowohl in Bezug auf die Wahrnehmung als auch für die räumliche Orientierung des Patienten wesentlich.

Die vibratorische Stimulation des Patienten über die Fußsohle, die sowohl im Sitzen als auch im Stehen möglich ist, führt zur Verbesserung der Vigilanz, der Wahrnehmung und nachweislich zur Aktivierung von Cortexarealen.

Für die Produktentwicklung bei Reha & Medi Hoffmann GmbH steht die Sicherheit für Patienten und Anwender an erster Stelle. Die Sicherheitspolster entsprechen höchsten hygienischen Anforderungen. Für maximale elektrische Sicherheit erfolgt die Energieversorgung des Mobilizer® Medior durch ein innovatives Akkusystem. Die hohe Belastbarkeit des Mobilizer® von 250 kg und das schlanke Design sprechen für die hohe Qualität, der seit mehr als 20 Jahren in Grimma (Sachsen) gefertigten Medizinprodukte.

Weltweit werden Mobilizer® Medior sowohl im klinischen Bereich, als auch in der außerklinischen Intensivpflege/Medizin eingesetzt.

Für weitere Informationen und zur Vereinbarung einer kostenlosen Probestellung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ruben Arokiasamy (MSc Physiotherapy)
vertrieb@rehamedi.de

erschienen in beatmetleben 4/2020

Literaturverzeichnis:

  1. Morris PE, Goad A, Thompson C et al. Early intensive care unit mobility therapy in the treatment of acute respiratory failure. Crit Care Med 2008; 36: 2238 – 2243
  2. Burtin C, Clerckx B, Robbeets C et al. Early exercise in critically ill patients enhances short-term functional r ecovery. Crit Care Med 2009; 37: 2499 – 2505
  3. Chang MY, Chang LY, Huang YC et al. Chair-sitting exercise intervention does not improve respiratory muscle fu nction in mechanically ventilated intensive care unit patients. Respir Care 2011; 56: 1533 – 1538
  4. Chen S, Su C,Wu Y et al. Physical training is beneficial to functional status and survival in patients with prolonged mechanical ventilation. J Formos Med Assoc 2011; 110: 572 – 579
  5. Dull JL, Dull WL. Are maximal inspiratory breathing exercises or incentive spirometry better than early mobilization after cardiopulmonary bypass? Phys Ther 1983; 63: 655 – 659
  6. Cuesy PG, Sotomayor PL, Pina JOT. Reduction in the incidence of poststroke nosocomial pneumonia by using the „turn-mob“ program. J Stroke Cerebrovasc Dis 2010; 19: 23 – 28
  7. Nava S. Rehabilitation of patients admitted to a respiratory intensive care unit. Arch Phys Med Rehab 1998; 79: 849 – 54
  8. Bezbaruah P, Swaminathan N, D’silva C et al. Effect of graded early mobilization versus routine physiotherapy on the length of intensive care unit stay in mechanically ventilated patients: a randomized controlled study. Intern J Health Allied Sciences 2012; 1: 172 – 177